stay hungry

Mobile Menu #9: Digestive Matters

Imelda Mandala & Elia Nurvista, Uli Westphal, Stephan Zandt, Joshua Zielinski

15.06.2019 | 15:00 - 22:00
Ort:Weichselplatz, 12045 Berlin - Neukölln (wooden seating platforms at near to the playground)

stay hungry präsentiert die Intervention Mobile Menu #09 – Digestive Matters im öffentlichen Raum von Berlin-Neukölln.
Es scheint in den letzten Jahren immer klarer zu werden, dass in den gegenwärtigen Gesellschaften mit ihren vielfältigen Lebens-, Konsum- und Essgewohnheiten in Bezug auf Alltagskultur im globalen Maßstab, der Genuss und die Zeit für den Verzehr von Nahrungsmitteln genauso wie die Verarbeitung von Wissen und Informationen im Zeitalter des Internets mehr und mehr verringert und verkürzt werden. Dadurch wird ein langsames Verdauen und Verarbeiten von sensorischen und intellektuellen Informationen und Eindrücken nachrangiger und resultiert in einer Verflachung von Erfahrungs- und Wissenshorizonten.
Die vier eingeladenen Künstler*innen und Theoretiker*innen nehmen diese These als Ausgangspunkt ihrer Untersuchungen und entwickeln daraus ortsspezifische Arbeiten und Ideen, die sich mit Esskultur und deren politischen, ökologischen und sozialen Dimensionen in Bezug auf Konsumhaltung und Wissensaneignung einer globalisierten und digitalisierten Welt auseinandersetzen. Die Arbeiten werden im öffentlichen Raum Berlins in einer Tisch-ähnlichen Situation präsentiert, die hierfür bestehendes Stadtmobiliar nutzt, und laden die Besucher ein, sich aktiv an der Runde zu beteiligen.

Zeitplan:

3-4.30 pm Vorspeise von Uli Westphal
4:30-6 pm Erster Gang von Josh Zielinski
6-7:30 pm Zweiter Gang von Elia Nurvista & Imelda Mandala
7:30-9 pm Nachspeise von Stephan Zandt

Der unabhängige Projektraum stay hungry wurde 2014 von den Künstler*innen Michel Aniol und Meike Kuhnert mit dem Ziel gegründet, nationalen und internationalen Künstler*innen und Kulturschaffenden eine nicht hierarchische, selbstbestimmte und finanziell unabhängige Plattform des Austausches und des Experimentierens abseits von kommerziellen Strukturen und Inhalten zur Verfügung zu stellen, und dadurch alternative und selbstorganisierte Präsentationsformen kultureller Produktion zu unterstützen.
Der multiperspektivische Blick für die Geschehnisse unserer Zeit und das dialogische Kommunizieren mit Mitteln der kulturellen Produktion sind dabei die Arbeitsgrundlagen und Ansatzpunkte, mit denen versucht wird, neue Sichtweisen auf gesellschaftliche und soziale Fragen bei einem breit gefächerten Publikum zu evozieren.
2016 wurde die interventionistische Essensreihe Mobile Menu ins Leben gerufen, bei der eine inhaltliche Verbindung durch ein zur Finissage stattfindendes Essen mit der jeweiligen Ausstellungsthematik hergestellt wird. Das Mobile Menu kann in diesem Zusammenhang als eine Erweiterung, als ein humoristischer Kommentar, als ein Diskussionsforum oder auch als ein Störelement innerhalb des Ausstellungskontextes fungieren. Seit 2017 agiert stay hungry als nomadischer Projektraum an unterschiedlichen und wechselnden Lokalitäten, die sich auf den Vorhaben und Inhalten der geplanten Projekte begründen und diese selbst zum Thema haben.
stay hungry erhielt 2018 die Auszeichnung künstlerischer Projekträume und -initiativen der Senatsverwaltung für Europa und Kultur, Berlin.

www.stayhungry-projectspace.de